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Vor 3 Jahren von Johanna Kommentieren

Glutenfrei in Malawi?!

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Hallo, ich heiße Johanna und habe von Anfang 2014 das Abenteuer gewagt, für 3 Monate nach Malawi zu gehen und der Diagnose Zöliakie mal wieder zu zeigen, dass sie mich nicht daran hindern kann, meiner Abenteuerlust nachzugehen.

Malawi liegt im südlichen Teil Afrikas und gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Für mich stand also fest: Wenn du da hingehen willst, musst du erstmal rausfinden, was da so wächst, denn Supermärkte gibt es bestimmt nicht an jeder Ecke und ob die wenigen, die es gibt, dann glutenfreie Ware anbieten? 

Zum Glück kannte ich ein deutsches Mädchen, das ein Jahr in einer malawischen Schule arbeitete und so kontaktierte ich sie um meine Fragen bezüglich der Ernährung zu klären. Die Antwort war perfekt: „Du darfst Mais essen? Dann wirst du hier kein Problem haben: Die Einheimischen essen fast nichts anderes! ;-)“

Die Antwort hat mich natürlich sehr gefreut und mittlerweile kann ich diese Aussage nur bestätigen, denn das Nationalgericht der Malawier ist „Nsima“, eine Mischung aus Maisbrei und einem Maisfladen. Ihr seht ihn auf dem Coverfoto mit typischer Beilage: „Phiru“ und Sojageschnetzeltes. Hergestellt wird dieser aus „Ufa“ (typisches Maismehl) und Wasser. Als Leser denkt man jetzt sicher: Ok, aber wie soll man drei Monate von einer ungewürzten Pampe leben? Ich kann nur sagen: Beim ersten Test schmeckte Nsima für mich nach gar nichts und ich brauchte viel Beilage, ab dem zweiten Test wurde mir jedoch bewusst: Auch purer Nsima schmeckt nach etwas. Und am Ende der drei Monate lautet meine Frage nun: Wie soll ich ohne das richtige Ufa in Deutschland Nsima zubereiten? Denn ohne den will ich jetzt nicht mehr.

Man muss dazu sagen, dass die Malawier nur schlafen gehen, wenn sie an dem Tag schon Nsima gegessen haben. Wenn man ihnen eine andere Speise vorsetzt, essen sie sie vielleicht, würden aber immer behaupten, sie hätten an dem Tag noch nicht gegessen, denn es gab ja noch keinen Nsima. 

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Das zweite typische Gericht in Malawi ist „Phala“ (Foto Nr. 2), dies ist ein Frühstücksbrei, der aus Mais­ und Sojamehl hergestellt wird, also auch wieder ideal für uns Zölis noch lieber und ich plane fest, ihn als Frühstück beizubehalten. In Malawi kam ein bisschen Zucker obendrauf, zurück in Deutschland teste ich nun gerade, welche Toppings noch gut passen! 

Da Mais das meist angebaute Getreide in Malawi ist, findet man es auch in diversen anderen Speisen:

  • In bunten Chips, die als Kringel geformt sind (Foto Nr. 3)
  • In Gebäck, das von Hausfrauen am Straßenrand aus Eimern verkauft wird und „CD“ genannt wird, weil es aussieht, wie eine gebackene Mini­CD.
  • In „malawischem Kuchen“, den ich leider nur einmal am Straßenrand fand und der aus Maismehl, Sojamehl, Zucker und Öl zubereitet wird.
  • In Joghurtdrinks („Maheu“)
  • In alkoholhaltigen Getränken

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Ich gebe zu, dass es nicht ohne Kontaminationsrisiko ist, Backwaren aus Hausfrauenhand am Straßenrand zu kaufen, zumal die Verständigung nicht einfach ist, da die Dorfbewohner nur „Chichewa“ sprechen. Aber ich hatte nie Probleme und muss sagen, dass es meinem Magen­-Darm­-Trakt definitiv nicht geschadet hat, in Malawi gewesen zu sein. Im Gegenteil, ich hatte weniger Beschwerden als hier in Deutschland. Wahrscheinlich, weil hier in Deutschland überall Geschmacksverstärker, Bindemittel, gespritztes Grünzeug und Co. ihr Unwesen treiben. In Malawi wird –gezwungener Maßen­ noch nach Jahreszeit und sehr natürlich glutenfrei gekocht!

 

 

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Autor

Dieser Artikel wurde von Johanna geschrieben

Johanna ist 28, lebt zur Zeit in Hamburg und arbeitet als Hebamme.
Diagnose Zöliakie 2005, also schon fast ein alter Zölihase.
Deshalb weiß sie genau, dass man glutenfreie Buffets genießen muss.

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